Europäische Solidarität für entlassene Karmann-Beschäftigte
09. März 2010 0 KommentareHeute hat das Europäische Parlament mit großer Mehrheit 6,2 Millionen Euro aus dem Globalisierungsfonds freigegeben, um 1.793 vom Automobil-Zulieferer Karmann entlassene Mitarbeiter dabei zu unterstützen, wieder eine Beschäftigung zu finden. Im April 2009 hatte die Osnabrücker Firma Karmann aufgrund mangelnder Aufträge und säumiger Kunden eine Insolvenz nicht mehr verhindern können.
"Der Cabrio-Hersteller Karmann war eine Auto-Legende über ein ganzes Jahrhundert. Den Untergang eines solchen Unternehmens nicht verhindern zu können, ist sehr, sehr schade, aber zumindest ist es wichtig sich für die Mitarbeiter einzusetzen, damit sie eine Weiterbeschäftigung finden", so der Automobilexperte Matthias Groote.
Im Krisenjahr der Automobilindustrie 2009 stellte die Bundesrepublik einen Antrag auf finanzielle Unterstützung durch den Globalisierungsfonds. Die Anträge müssen dem Ministerrat und Europaparlament zur Genehmigung vorgelegt werden. Im vergangenen Jahr genehmigte das Europaparlament Globalisierungsfonds-Mittel in zehn Fällen und stellte rund 52 Millionen Euro zur Verfügung.
Groote begrüßt die wichtige Entscheidung für die Betroffenen aus den Regionen Weser-Ems und Münsterland: "Diese Mittelfreigabe ist wieder ein Ausdruck europäischer Solidarität. Nun müssen die Gelder schnell bei den ehemaligen Beschäftigten ankommen." Mit den EU-Geldern sollen Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen finanziert werden, um einen neuen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Allerdings mahnt der Sozialdemokrat, nicht die Augen vor der Realität zu schließen. Die betrieblichen Schwierigkeiten der europäischen Automobilindustrie sind nicht allein durch die Finanzkrise ausgelöst worden. "Es gibt schlicht und ergreifend eine Überproduktion für und auf dem europäischen Markt", so Groote. Damit kritisiert der Europaabgeordnete die allgemein gefasste Antragsbegründung Deutschlands, die auf die strukturellen Veränderungen im Welthandelsgefüge verweist.
Der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote meint:„Die Globalisierung können wir politisch nicht verhindern, aber wir müssen sie auch nicht erleiden, sondern sollten uns für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzen!"
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