Härten für Agrarerzeuger gehen auch zu Lasten der Verbraucher
07. September 2010 0 KommentareEuropäisches Parlament fordert gerechte Einnahmen für Landwirte
Das Europäische Parlament will Landwirten gerechte Einnahmen garantieren. Das machten die Europaabgeordneten mit ihrem am Dienstag in Straßburg angenommenen Initiativbericht deutlich. Dabei kritisieren die Parlamentarier auch, dass die EU-Kommission diesem Thema bisher nur geringen Stellenwert einräume.
Der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote sieht die Europäische Union durch die teilweise dramatischen Schwankungen der Rohstoffpreise im Agrar- und Lebensmittelsektor dazu aufgefordert, wirkungsvolle Regeln gegen die weltweite Spekulation mit Grunderzeugnissen durchzusetzen. „Gleichzeitig müssen wir uns aber auch die Lebensmittelversorgungskette besser ansehen und dafür Sorge tragen, dass nicht die Gewinne ausschließlich in der Verarbeitung, im Handel und in der Vermarktung realisiert werden, während die Landwirte kaum die Erzeugungskosten decken können“, betont Groote, der Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit ist. „Insbesondere die Milchbauern im Nordwesten leiden extrem unter dem Preisdruck, der durch Discounter und Molkereien ausgeübt wird.“
Matthias Groote weist in diesem Zusammenhang auch auf die Auswirkungen der zunehmenden Konzentration der Verarbeitungsbetriebe, Großhändler und Supermarktketten hin: „Es kann doch nicht sein, dass die Erzeugerpreise für Landwirte in fast allen Sektoren sinken, die Verbraucher aber gleichzeitig konstante oder sogar steigende Preise für Lebensmittel zahlen müssen.“
Für mehr Preistransparenz und Gerechtigkeit innerhalb der gesamten Versorgungskette spricht aus Sicht von Matthias Groote dabei zweierlei: „Als Sozialdemokrat ist mir zunächst einmal wichtig, dass alle Menschen für ihre Arbeit einen fairen Lohn erwarten können - und das gilt natürlich auch für Landwirte. Außerdem müssen wir befürchten, dass sich Dumpingpreise negativ auf die Produktionsverfahren auswirken und damit auch auf die Lebensmittelqualität sowie auf den Tier- und Umweltschutz.“
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